Einen Businessplan schreiben zu lassen kostet je nach Umfang 1.500 bis 8.000 Euro. Standardgründungen mit Bankfinanzierung liegen bei 1.500 bis 3.500 Euro, komplexe Vorhaben darüber. Mit Beratungsförderung der Länder oder der BAFA sinkt der Eigenanteil um 50 bis 80 Prozent. Der Prozess dauert drei bis sechs Wochen und verlangt 10 bis 20 Stunden eigene Mitarbeit.

Der Markt für Businessplan-Dienstleistungen ist unreguliert, vom promovierten Unternehmensberater bis zum anonymen Portal mit Textbausteinen darf sich jeder „Businessplan-Service" nennen. Entsprechend groß sind die Unterschiede in Preis und Qualität. Dieser Beitrag sortiert die Anbietertypen, rechnet die Förderung durch und benennt die Kriterien, an denen sich Seriosität festmachen lässt.

Was kostet welcher Anbietertyp?

Anbietertyp

Preisspanne (netto)

Stärke

Schwäche

Gründungsberater (zertifiziert)

1.500–5.000 €

Fördermittel-Know-how, Bankbegleitung

Qualität personenabhängig

Unternehmensberatung (Kanzlei)

4.000–8.000 €+

komplexe Vorhaben, Übernahmen

für Kleingründungen überdimensioniert

Spezialisierte Online-Anbieter

900–3.000 €

standardisierter Prozess, planbare Kosten

weniger Vor-Ort-Bezug

Steuerberater

800–2.500 € (Zahlenteil)

belastbarer Finanzplan

Markt- und Strategieteil meist dünn

Textbausteine-Portale

unter 500 €

billig

generisch, fällt bei Prüfern durch

Die Preisspannen erklären sich über den Aufwand: Ein bankfähiger Plan kostet den Ersteller 25 bis 50 Arbeitsstunden, Erstgespräch, Marktrecherche, Finanzmodell, zwei bis drei Korrekturschleifen. Wer genauer hinsieht, erkennt daran auch die Grenze der Billigangebote. Für 400 Euro sind schlicht keine 30 Stunden Arbeit lieferbar. Das Ergebnis sind dann Textbausteine, in denen nur Name und Branche ausgetauscht wurden. Fachkundige Stellen erkennen diese Muster nach eigener Auskunft inzwischen zuverlässig.

Förderung: So sinkt der Eigenanteil

Beratungskosten sind in Deutschland großzügig gefördert, nur nutzt es kaum jemand, weil die Programme wenig bekannt sind. Vor der Gründung fördern die meisten Bundesländer Gründungsberatung über eigene Programme mit 50 bis 80 Prozent Zuschuss zum Tageshonorar; Ansprechpartner sind StarterCenter, IHKs oder die Landeswirtschaftsministerien. Nach der Gründung greift bundesweit die BAFA: bis zu 3.500 Euro förderfähige Beratungskosten, bezuschusst je nach Region mit 50 Prozent (West), 60 Prozent (Nordrhein-Westfalen unter anderem) bis 80 Prozent (neue Länder).

Die Rechnung ist einfach: Ein 3.200-Euro-Mandat kostet einen Gründer in Sachsen mit 80-Prozent-Förderung 640 Euro Eigenanteil. Voraussetzung ist, dass der Berater beim jeweiligen Programm gelistet beziehungsweise die Beratung vor Beginn beantragt ist, nachträglich wird nichts bewilligt. Seriöse Anbieter weisen von sich aus auf die Förderwege hin und übernehmen die Antragsformalitäten.

Der Ablauf: sechs Schritte, drei bis sechs Wochen

  1. Erstgespräch (kostenlos, 30–60 Minuten): Vorhaben, Kapitalbedarf, Zeitplan, Festpreisangebot. Hier zeigt sich bereits, ob der Anbieter Fragen stellt oder Versprechen macht.
  2. Strukturierte Datenaufnahme: Fragebogen oder Workshop zu Angebot, Zielkunden, Preisen, privaten Finanzen. Ihr Aufwand: vier bis acht Stunden, die wichtigste Investition im ganzen Prozess.
  3. Marktrecherche und Finanzmodell durch den Anbieter: Branchenzahlen, Standortdaten, Wettbewerb; parallel entsteht der dreijährige Zahlenteil.
  4. Erster Entwurf nach zwei bis drei Wochen, gemeinsame Durchsprache Kapitel für Kapitel.
  5. Korrekturschleifen (üblich sind zwei) bis zur Endfassung inklusive Executive Summary.
  6. Übergabe und Vorbereitung: Einreichung bei fachkundiger Stelle oder Bank, auf Wunsch Probelauf für das Bankgespräch.

Ein Punkt verdient Klartext. Ohne Ihre Mitarbeit entsteht kein brauchbarer Plan. Die Preise, die Öffnungszeiten, der Standort, die private Haushaltsrechnung: das alles kann kein Berater erfinden. Anbieter, die versprechen, den Plan „komplett ohne Ihr Zutun" zu liefern, kündigen damit an, Annahmen zu erfinden. Genau diese erfundenen Annahmen platzen später im Bankgespräch.

Planen Sie Ihre eigene Zeit deshalb realistisch ein: vier bis acht Stunden für die Datenaufnahme, je zwei bis drei Stunden für die beiden Durchsprachen, dazu die Beschaffung von Angeboten und Nachweisen. Zehn bis zwanzig Stunden über den gesamten Prozess sind eine ehrliche Hausnummer. Deutlich weniger als die 40 bis 80 Stunden der Eigenerstellung, aber eben nicht null.

Was im Preis enthalten sein muss, und was extra kostet

Festpreis ist nicht gleich Festpreis. Ein belastbares Angebot benennt den Leistungsumfang schriftlich: Anzahl der Korrekturschleifen, Umfang der Marktrecherche, ob der dreijährige Finanzplan mit monatsgenauer Liquiditätsplanung enthalten ist, ob die Executive Summary und die Abstimmung mit der fachkundigen Stelle dazugehören. Häufige Zusatzposten, die erst auf Nachfrage auftauchen: weitere Überarbeitungsrunden (150 bis 400 Euro je Runde), die Begleitung zum Bankgespräch (300 bis 800 Euro), Anpassungen nach Bankrückfragen und englische Fassungen für internationale Kapitalgeber.

Vergleichen lässt sich nur auf Basis identischer Leistungsbeschreibungen. Holen Sie zwei bis drei Angebote ein und stellen Sie dieselben Fragen: Wie viele Stunden stecken im Preis? Wer arbeitet konkret am Mandat, der Berater aus dem Erstgespräch oder ein Junior? Was passiert, wenn die fachkundige Stelle Nachbesserungen verlangt? Seriöse Anbieter beantworten das ohne Ausweichen; bei den anderen erledigt sich der Vergleich von selbst.

Ein Wort zu Erfolgshonoraren. Modelle, bei denen der Anbieter einen Prozentsatz der Kreditsumme oder des eingeworbenen Kapitals berechnet, sind bei Gründungsdarlehen unüblich und ein Warnsignal, sie schaffen den Anreiz, den Kapitalbedarf größer zu rechnen als nötig. Marktstandard ist der Festpreis nach Aufwand.

Seriös oder nicht: die Prüfliste

Fünf Warnsignale, bei denen sich das Weitersuchen lohnt: Erfolgs- oder Finanzierungsgarantien (die Kreditentscheidung trifft die Bank, niemand sonst). Festpreise unter 1.000 Euro ohne vorheriges Gespräch. Keine nennbaren Referenzen oder Branchenerfahrung. Kein vollständiges Impressum. Und Zeitversprechen unter einer Woche für einen kompletten Plan.

Umgekehrt sprechen für einen Anbieter: dokumentierte Erfahrung mit Ihrer Branche und Ihrer Region, Listung bei Förderprogrammen (BAFA-Berater-ID, Länderprogramme), ein Prozess mit klar benannten Mitwirkungspflichten, Festpreis mit definiertem Leistungsumfang und die ausdrückliche Bereitschaft, das Bankgespräch mit vorzubereiten. Fragen Sie im Erstgespräch nach zwei Dingen: der letzten vergleichbaren Gründung und der Ablehnungsquote bei fachkundigen Stellen. An den Antworten trennt sich das Feld.

Rollenverteilung im Mandat: wer liefert was

Damit das Mandat funktioniert, muss die Arbeitsteilung von Anfang an klar sein. Vom Auftraggeber kommen die Rohdaten: Angebotsbeschreibung und Preise, Standortentscheidung, private Haushaltsrechnung, vorhandene Angebote für Miete, Einrichtung und Versicherungen, dazu Lebenslauf und Qualifikationsnachweise. Vom Anbieter kommen Struktur und Handwerk: Marktzahlen mit Quellen, das verknüpfte Finanzmodell, die kritische Prüfung jeder Annahme, ein guter Berater rechnet Ihre Umsatzerwartung eher herunter als hoch, und die Übersetzung des Ganzen in ein Dokument, das der Marktfolge einer Bank standhält.

Kritisch wird es, wenn eine Seite die Rollen verschiebt. Ein Auftraggeber, der zur Datenaufnahme dreimal nichts liefert, produziert Verzögerungen, die kein Honorar heilt. Ein Anbieter, der fehlende Angaben stillschweigend durch Branchendurchschnitte ersetzt, produziert einen Plan, der im Gespräch bei der ersten Detailfrage kippt. Vereinbaren Sie deshalb einen festen Rhythmus, etwa ein wöchentliches 30-Minuten-Telefonat, und ein gemeinsames Dokument für offene Punkte. Das klingt nach Projektmanagement für ein 30-Seiten-Papier. Ist es auch, und genau deshalb funktioniert es.

Selber schreiben oder schreiben lassen?

Die ehrliche Abwägung. Wer Zeit hat, gerne rechnet und eine überschaubare Gründung plant, kann den Plan mit den kostenlosen Werkzeugen der Gründerplattform selbst erstellen: 40 bis 80 Stunden Aufwand, null Euro Kosten. Schreiben lassen lohnt sich in drei Konstellationen: wenn eine Bankfinanzierung über etwa 50.000 Euro ansteht und Fehler teuer werden; wenn der Zeitplan eng ist, etwa wegen auslaufender ALG-Ansprüche; oder wenn der Zahlenteil die eigenen Kenntnisse übersteigt. Unterm Strich ist die geförderte Variante, Profi-Plan mit 50 bis 80 Prozent Zuschuss, für die meisten Bankfinanzierungen die bessere Wahl: Der Eigenanteil von 600 bis 1.600 Euro ist gegen das Risiko einer vermeidbaren Kreditabsage eine überschaubare Versicherungsprämie.

Für die Auswahl bleibt zuletzt die Frage nach der Nähe. Ein Berater aus der Region kennt Vermieter-Niveaus, Laufkundschaft und die Eigenheiten der örtlichen Kreditinstitute; ein spezialisierter Fernanbieter kennt dafür oft die Branche besser und arbeitet günstiger. Für standortkritische Konzepte, Gastronomie, Einzelhandel, Praxen, wiegt die Ortskenntnis schwerer. Für digitale Geschäftsmodelle ist sie verzichtbar.

Was auch der beste Dienstleister nicht abnimmt: Es bleibt Ihr Plan. Sie unterschreiben den Kreditvertrag, Sie sitzen im Bankgespräch, Sie leben die nächsten Jahre mit den Zahlen. Kaufen Sie Struktur, Marktdaten und Erfahrung, nicht die Verantwortung.